KaninchenInfo EU


 

02.10.2017:

Neuer RHDV-2 Sammelimpftermin mit Filavac RHD K C+V am 24.11.2017 in 28844 Weyhe.

 

Für Freitag, den 24. November 2017 ist ab 17.00 Uhr wieder ein Sammelimpftermin mit Filavac RHD K C+V gegen RHDV-2 geplant.

Mit diesem Impfstoff wurden bereits im Herbst 2016 insgesamt 120 Kaninchen und im Frühjahr 2017 noch einmal 81 Kaninchen aktiv immunisiert, alle Tiere haben die Impfung gut vertragen und keine Nebenwirkungen gezeigt.

Zwischenzeitlich ist der Impfstoff zwar in Deutschland zugelassen und als Einzeldosis verfügbar, allerdings ist die Impfung für den einzelnen Halter bei Verwendung einer 50er Dosis erheblich günstiger. So liegen die Kosten einer Einzelimpfung bei ca. 40 Euro, die Kosten einer Sammelimpfung bei ca. 30 Euro pro Langohr.

 

Bei Interesse bitte direkt mit der Kleintierpraxis Dr. Anita K. Seide, Bahnhofstraße 30 in 28844 Weyhe aufnehmen. Telefon: 0 42 03 / 44 05 02.


 

Der RHDV-2 Impfstoff Filavac VHD K C+V ist zwischenzeitlich zugelassen und in deutscher Verpackung verfügbar!

RHDV-2:
2010 wurde erstmals in Frankreich eine neue Variante der RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) beschrieben. Dieser neue, extrem aggressive Virustyp RHDV-2 hat auch in Deutschland und anderen Ländern zu zahlreichen Todesfällen bei Kaninchen geführt. Es ist aber davon auszugehen, dass die Anzahl Todesfälle mit nicht erkannter Ursache sehr viel höher ist. Der verfügbare Impfstoff schützt nur teilweise und derzeit sieht es so aus, dass die Impfung mit dem bislang verfügbaren Impfstoff gegen den neuen Stamm nur zu einem Teilschutz führt.

Grundsätzliches:
Der Erreger der RHD ist ein Calicivirus. Das Virus ist sehr widerstandsfähig und kann bei normalen Umwelttemperaturen mehrere Monate außerhalb des Kaninchenkörpers infektiös bleiben. Selbst bei Temperaturen von +60° C, kann es 2 - 3 Tage überleben.

Übertragung:
Die Infektion kann über direkten Kontakt erfolgen, aber auch über Stechmücken und Fliegen. Auch Flöhe und Milben, die von einem Tier auf das andere übergehen, sind mögliche Überträger des Virus, ebenfalls ist eine Übertragung über kontaminiertes Futter / Einstreu oder Kleidung möglich.

Symptome:
Infizierte Kaninchen sterben in der Regel sehr schnell, oft ohne zuvor Krankheitszeichen zu zeigen. „Gestern noch fit und unauffällig und morgens plötzlich tot“, sind daher häufige Vorberichte. Die meisten Kaninchen sterben an einer extrem schnellen Verlaufsform der Krankheit, denn die Inkubationszeit beträgt 1 bis 3 Tage und die Tiere sterben bereits innerhalb weniger Stunden nach Entdecken der Symptome. Diese können z. B. Appetitlosigkeit, schnelle Atmung, Atemnot, Fieber oder Untertemperatur sein. Die Mortalitätsrate ist mit über 90% sehr hoch. Betroffen sind alle Altersgruppen und anders als bei dem RHDV-1 haben Jungtiere keinen Schutz. Meist ist keine Auffälligkeit an den toten Kaninchen zu erkennen und die Ursache des plötzlichen Todes bleibt unklar, da nur die Untersuchung einer Gewebeprobe durch das Friedrich-Loeffler-Institut Gewissheit bringen kann. Bei überlebenden Partnertieren können Labore wie LABOKLIN eine PCR auf RHDV durchführen, geeignetes Probenmaterial hierfür sind Konjuntivalabstriche, Urin, Kot und Blut.

Therapie:
Eine Therapie ist derzeit nicht bekannt.

Impfungen:
Für das RHDV-1 Virus gibt es mehrere in Deutschland zugelassene Impfstoffe. Laut Stellungnahme der Ständigen Impfkommission Vet können die konventionellen, inaktivierten Monoimpfstoffe (Cunivak RHD, RIKA-VACC RHD) nach mindestens zweimaliger Immunisierung im Abstand von drei Wochen in einigen Fällen schwere klinische Verläufe verhindern. Sie bieten jedoch keinen Schutz vor Infektion und möglicher Virusausscheidung. Es gibt Hinweise darauf, dass der innovative Vektorimpfstoff (Nobivac Myxo-RHD) nicht gegen RHDV-2 schützt.

Der RHDV-2 Impfstoff ERAVAC (Laboratorios HIPRA, S. A). ist als RHDV-2 Vollantigen basierender Impfstoff europaweit zur Anwendung an Mastkaninchen zugelassen worden. Die als Indikation angegebene Schutzwirkung besteht in einer Reduktion der durch RHDV-2 verursachten Mortalität und tritt gemäß Herstellerangabe eine Woche nach der empfohlenen einmaligen Grundimmunisierung ein. Da der Impfstoff jedoch nur an Mastkaninchen erprobt wurde (deren Lebensdauer auf kurze Zeit begrenzt ist), liegen derzeit keine Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Hauskaninchen sowie zur Dauer der Immunität vor. Des Weiteren wird eine sehr hohe Häufigkeit von Nebenwirkungen (Temperaturanstieg bis über 40 Grad zwei bis drei Tage nach der Impfung bei mehr als einem von 10 behandelten Tieren) angegeben und er soll auch nur das Risiko des tödlichen Ausgangs der Infektion reduzieren.

Zwischenzeitlich ist auch der französische Impfstoff Filavac VHD K C+V Impfstoff in Deutschland zugelassen und mit den „deutschen Verpackungen“ als Einzeldosis verfügbar. Hierfür wurde das Verfahren zur gegenseitigen Anerkennung (Mutual Recognition Procedure, MRP, MR-Verfahren) gewählt.

Mit diesem Impfstoff haben wir bisher sehr gute Erfahrungen gemacht, da bereits vor Zulassung des Impfstoffs mittels Beantragen einer Ausnahmegenehmigung nach § 11 Abs. 6 Nr. 2 TierGesG zum Einsatz eines in Deutschland nicht zugelassenen Impfstoffs unsere Impftierärztin insgesamt 201 Kaninchen im Alter von 6 Monaten bis 11 Jahre geimpft hat und wir auch bei E. c. und Schnupfenerregerträgern keine Nebenwirkungen zu verzeichnen hatten.

Derzeitige Optionen:
1. Monovalente Vollerregerimpfstoffe:
Im Abstand von drei Wochen sind die Kaninchen mit einem monovalenten RHDV-1 Impfstoff zu impfen. Derzeit gelten als gelistete Vollerregerimpfstoffe mit Zusatzempfehlung für RHDV-2 Cunivac RHD (IDT Biologika GmbH) und RIKA-VACC RHD (Ecuphar NV). Auch bei der Umstellung von einem Impfstoff auf einen anderen sollte zur Grundimmunisierung zweimal geimpft werden. Ein Myxomatoseimpfstoff kann bei einem gesunden Tier zum selben Zeitpunkt, aber ortsgetrennt appliziert werden. Wiederholungsimpfungen gegen RHD und Myxomatose sollten alle sechs Monate durchgeführt werden. Dies bietet einen guten Schutz gegen RHDV-1 und Myxomatose, und einen möglichen Teilschutz gegen schwere Erkrankung (jedoch nicht Infektion und damit verbundene Erregerausscheidung) durch Kreuzreaktion gegen RHDV-2.

2. Monovalente Vollerregerimpfstoffe und Kombi-Impfstoff:
Wie bei Option 1 zweimal im Abstand von drei Wochen mit einem monovalenten RHD-Impfstoff immunisieren und die Impfung alle sechs Monat auffrischen. Zusätzlich jährlich mit dem Vektorimpfstoff kombiniert gegen Myxomatose und RHD impfen (Nobivac Myxo-RHD). Die doppelte Abdeckung gegen das klassische RHDV-1 sollte kein Problem sein. Hierbei sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Wochen zwischen den jeweiligen Impfungen eingehalten werden. Dies bietet einen guten Schutz gegen RHDV-1 und Myxomatose, und einen möglichen Teilschutz gegen schwere Erkrankung (jedoch nicht Infektion und damit verbundene Erregerausscheidung) durch Kreuzreaktion gegen RHDV-2.

3. Verwendung des Impfstoffs Filavac RHD K C+V:
Impfung mit dem französischen Impfstoff Filavac RHD K C+V (RDHV-1 und RHDV-2 Komponente). Zusätzlich mit dem Vektorimpfstoff jährlich gegen RHDV-1 und Myxomatose impfen. Hierbei sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Wochen zwischen den jeweiligen Impfungen eingehalten werden. Alternativ alle sechs Monate mit monovalenten Impfstoffen gegen Myxomatose. Auch hierbei sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens zwei Wochen zwischen den jeweiligen Impfungen eingehalten werden.

Dies bietet den besten Schutz gegen RHDV-1, RHDV-2 und Myxomatose.

Prophylaxe:
Als Gegenmaßnahmen sollte man als erstes die Infektionsrisiken minimieren, es sollte z. B. kein Grünfutter von Wiesen verfüttert werden zu denen auch Wildkaninchen Zugang haben und auch das Risiko der Übertragung durch andere Vektoren wie Mücken, Kleidung etc. sollte minimiert werden.

Überlebende nach Infektion:
Wie mit Kaninchen verfahren werden soll, die eine RDHV-2 Infektion überleben ist noch unklar. Es gibt Hinweise darauf, dass überlebende Tiere Ausscheider bleiben können und dass das Virus sich monatelang in der Außenwelt hält. Wenn diese Tiere wieder vergesellschaftet werden sollen, dann sollte eine Wartezeit von mindestens 3 Monaten nach dem letzten Todesfall eingehalten werden und in jedem Fall sollten nur RHDV-2 geimpfte Tiere dazugesellt werden. Die Erde sollte mindestens 30 cm abgetragen werden und das Gehege entsprechend desinfiziert werden, hier berät Sie Ihr Tierarzt oder das regionale Tierheim.

Weitere Dokumente zum Thema:


KiEU Infoblatt RHDV-2 (Dieser Text als PDF).


KiEU Infoblatt RHDV-2 Überlebende.

 


KiEU Projektbericht Sammelimpfung Filavac 2016.

 

KiEU Projektbericht Sammelimpfung Filavac 2017.

 

 

Nicht mehr relevant, da der französische Impfstoff Filavac RHD K C+V zwischenzeitlich zugelassen und in "deutscher Verpackung" verfügbar ist.

Da es aber ggf. für den ein oder anderen Halter interessant sein könnte, wird es noch auf unserer Seite belassen.


KiEU Planung Impftermine (Übersicht über den gedachten Verlauf der Impftermine).


KiEU Filavac VHD K C+V Herstellerinformationen (Informationen zum verwendeten Impfstoff).


KiEU RHDV-2 Übersicht-Impfstoffe.


StIKo Vet Hinweise zu RHDV-2 (Stand 28.06.2016).


StIKo Vet Stellungnahme zur Immunisierung von Kaninchen (Stand 08.11.2016).

 

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